Demenzen sind die Erkrankungen, die im Alter am häufigsten zu Pflegebedürftigkeit führen, allen voran die häufigste Demenz: die Alzheimerkrankheit.

Die wichtigsten Erkennungszeichen der Demenzen sind Gedächtnis- und Orientierungsstörungen. Die Alzheimerkrankheit ist die häufigste Demenz. Die Ursachen sind bis heute unbekannt.

 

Eiweißablagerungen und Stoffwechselstörungen werden als Ursache diskutiert. Wird die Krankheit früh erkannt, kann sie zwar meist nicht geheilt aber so früh therapiert werden, dass die erkrankten Menschen Zeit gewinnen, um wichtige Entscheidungen zum Altern zu treffen. Durch unser eigenes Verhalten können wir unser Erkrankungsrisiko senken.

Denken, Lernen, Vergessen

Unsere gedanklichen und psychischen Fähigkeiten entwickeln sich mit dem Beginn unseres Lebens, also schon im Mutterleib. Es bilden sich Nervenzellen, im Laufe des Lebens immer mehr. Ist das Gehirn ausgewachsen, besitzt der Mensch etwa 100 Milliarden Nervenzellen. Sie werden umgeben von Gliazellen. Auch von diesen Zellen im Nervengewebe, die sich strukturell und funktionell von den Nervenzellen abgrenzen lassen, nimmt man an, dass sie etwas mit dem Denken zu tun haben. Was genau, weiß man noch nicht.

 

Mit dem Beginn des Lebens fangen wir auch an zu lernen. Jede neue Wahrnehmung und Erfahrung wird gespeichert. Wie genau, wissen wir noch nicht, aber es gibt einige Hinweise dazu, wie es sein könnte. Von Beginn an verknüpfen sich unsere Nervenzellen untereinander und bilden ein Netzwerk. Im Laufe der Zeit entwickelt jede der 100 Milliarden Nervenzellen im Mittel 2000 Verbindungen zu anderen Zellen. Ein wenig wissen wir auch schon, wie das geschieht. Jede Zelle hat elektrische und chemische Eigenschaften. Je nach Ausstattung ist sie attraktiv für eine Zelle, die einen Partner zum Verknüpfen sucht. Die Verknüpfungen sind anfangs nur locker. In der Nacht prüft unser Gehirn die neuen Verbindungen, ob sie zu den anderen Gedächtnisinhalten passen. Unsinniges wird gekappt. Was wir dabei wahrnehmen, soll die Grundlage unserer Träume sein. Die gekappten Verbindungen erklären so auch einen Teil unseres Vergessens.

 

Manche Wahrnehmungen werden gelöscht, bevor sie fest gespeichert werden. So nehmen wir während einer Autofahrt zwar die Menschen auf den Gehsteigen wahr, können sie aber nur dann beschreiben, wenn wir uns auf sie konzentriert haben.

 

Im Laufe unseres Lebens speichern und verknüpfen wir immer mehr. Es entsteht ein immer komplizierteres Netzwerk. Je mehr Erfahrungen wir gespeichert haben, umso mehr gilt es zu vergleichen und einzuordnen. So könnte sich auch erklären lassen, warum manche Entscheidungen im Alter etwas mehr Zeit beanspruchen und manche Gedächtnisinhalte nicht sofort zur Verfügung stehen. Alle beschriebenen Veränderungen lassen sich messen und als Werte gesunder Menschen festhalten.

 

Eine Gruppe von Krankheiten, die Demenzen, schädigt unser Gedächtnis und unsere Denkfähigkeiten.