Demenzen behandeln

Die Alzheimerkrankheit kann bisher nicht geheilt werden, es gelingt noch nicht einmal den Verlauf zu stoppen. Vorübergehend lassen sich einige Krankheitszeichen bessern und die Alltagsfähigkeiten länger erhalten. Auch scheint es unter guter Behandlung möglich, die Pflegebedürftigkeit soweit hinauszuzögern, dass eine umfassende Heimversorgung erst später möglich wird. Schätzungen gehen davon aus, dass wir unter optimaler Behandlung etwa 3 Jahre gewinnen können.

 

Behandeln wird auf drei Arten:

  • mit psychologischen Möglichkeiten
  • mit im sozialen Umfeld (Umfeldstrukturierung)
  • mit Medikamenten.

Behandeln mit Medikamenten: Gedächtnisstörungen

Um die Gedächtnisstörungen zu behandeln, werden drei verschiedene Behandlungswege genutzt:

  • der Botenstoff Acetylcholin wird vermehrt.

Hierzu gibt es in Deutschland drei Medikamente:

  1. Donepezil mit dem Handelsnamen Aricept
  2. Galantamin mit dem Handelsnamen Reminyl
  3. Rivastigmin mit dem Handelsnamen Exelon

 

  • der Einstrom von Glutamat in die Zelle wird reguliert:

Hierzu gibt es das Medikament Memantine mit den Handelsnamen Ebixa und Axura.

 

  • die Zellwände werden stabilisiert, die „chemische Fabrik der Zelle“, die Mitochondrien werden positiv beeinflusst:

Hierzu gibt es das Medikament Ginkgo Biloba als standardisierten Extrakt mit den Handelsnamen z. B. Gingium, Rökan und Tebonin.

Bei der Auswahl des richtigen Medikaments spielen Nebenwirkungen eine besondere Rolle. Es empfiehlt sich, das mit dem Arzt zu besprechen.

 

Behandeln mit Medikamenten: Verhaltensstörungen

Auch für die Behandlung von Verhaltensstörungen wie Aggressionen, lautes Rufen und massive Unruhe können Medikamente eingesetzt werden. Das sollte aber erst dann erfolgen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Für alle Beteiligten ist die Behandlung dieser Störungen ein sehr schwieriges Unterfangen. Ein Patentrezept hierfür liegt auch nicht vor. Werden Medikamente eingesetzt, muss besonders darauf geachtet werden, dass die Nebenwirkungen die Probleme nicht noch weiter verschlimmern.

Häufig werden Beruhigungsmittel (Tranquilizer wie Diazepam – Handelsname z. B. Valium u.ä. eingesetzt). Diese Medikamente bleiben häufig sehr lange (d.h. mehrere Tage) im Körper eines Menschen, die Muskeln und die Atmung werden schwächer. Stürze und die Anfälligkeit für Infektionen werden häufiger. Manchmal reagieren Menschen auch paradox auf Beruhigungsmittel, was aufgrund des langen Verbleibs im Körper meist zu neuen Medikamentengaben führt.

Manche Menschen mit Demenz reagieren sehr niedergeschlagen und erhalten dann Medikamente gegen Depressionen. Hier ist darauf zu achten, dass die Medikamente nicht die Nebenwirkung haben, den ohnehin schon verminderten Botenstoff Acteylcholin zu senken, weil sonst die Krankheitszeichen noch weiter zunehmen.

Am weitesten verbreitet ist die Gabe von sogenannten Neuroleptika, da sie sehr zuverlässig beruhigen. Sie haben allerdings häufig sehr starke Nebenwirkungen, wie den Verlust der Gehfähigkeit oder Schwierigkeiten der Blutdruckregulation. Stürze und Infektionen, wie Lungen- und Blasenentzündungen, werden häufiger.

Medikamente, die zwar auch häufig stärkere Nebenwirkungen haben, bei denen aber der Nutzen den Schaden zu überwiegen scheint sind z. B. Carbamazepin, Citalopram, Risperidon und Trazodon.

Der Einsatz jeder Substanz muss daher zwischen behandelnden Ärzten und den Pflegenden sehr genau abgesprochen und abgewogen werden.