Demenzen vorbeugen

Manche Demenzen lassen sich verhindern. Wird zum Beispiel eine Schilddrüsenstörung oder ein Vitaminmangel rechtzeitig erkannt, kann das Entstehen einer Demenz verhindert werden. Das gilt auch für Krankheitszeichen, die durch schlechtes Trinken entstehen, was im Alter sehr häufig vorkommt. Viele Medikamente vermindern auch einen wichtigen Botenstoff im Gehirn, das so genannte Acetylcholin. Dieser Botenstoff ist bei einer akuten Erkrankung ohnehin vermindert. Reduzieren Medikamente den Botenstoff, treten die gleichen Krankheitsanzeichen wie bei der Alzheimerkrankheit auf.

 

Bis heute können wir die Alzheimerkrankheit selbst nicht verhindern. Wir können aber das Risiko, an ihr zu erkranken, senken. Dazu weiß die 'Wissenschaft’ schon sehr viel.

Geistige und körperliche Aktivität helfen

Als allererstes müssen wir aktiv bleiben: körperlich und geistig. Aktive Menschen erkranken später, haben weniger Eiweißablagerungen und ihr Gehirn bleibt länger erhalten. Mindestens an vier Tagen der Woche muss ein Mensch jeweils mindestens 30 Minuten körperliche Aktivität über das normale Maß hinaus absolvieren, um in diesem Sinne körperlich aktiv zu sein.

 

Bei der geistigen Aktivität ist wichtig, das Gehirn in Gang zu halten. Das kann durch Lesen, Gespräche, Besuche von Veranstaltungen und ähnliches geschehen. Keinesfalls sollte hierbei aber Druck ausgeübt werden. Insbesondere beim so genannten „Hirnjogging“ ist darauf besonders zu achten.

Fisch kann hilfreich sein

Eine ausgewogene Ernährung ist genauso wichtig, wenn das Risiko gesenkt werden soll. Das fängt mit den Getränken an. Hier ist einfaches Wasser das beste Getränk.  Ungezuckerter grüner Tee ist auch sehr gut geeignet. Er hilft sogar, das Denken länger fit zu halten und führt zu weniger Eiweißablagerungen. Umso mehr Getränke Zucker und Fette enthalten, umso schlechter sind sie für den Menschen. Obst in vernünftiger Menge ist hilfreich (z. B. auch Ananas und Erdbeeren). Bei den festen Nahrungsmitteln kann Fisch hilfreich sein (500 Gramm pro Woche erreichen die höchste Wirkung). Über die Ernährung versucht auch eine neue Therapie die Alzheimerkrankheit anzugehen. 2010 soll ein Trinkjoghurt auf den Markt kommen, der dem Körper eine Vielzahl wichtiger Nahrungsstoffe zuführt.

 

Anfangs dachte man, dass Rauchen hilft, weil sich unter den Alzheimerkranken weniger Raucher fanden. Als auffiel, dass die Raucher schon früher verstorben waren, war klar, dass Rauchen auf sehr negative Art der Alzheimerkrankheit vorbeugt. Vom Alkohol ist auch nur sehr begrenzt Hilfe zu erwarten. Nur Wein könnte das Risiko senken, allerdings in einer Dosis von zwei Glas pro Woche. Alle anderen alkoholischen Getränke helfen nicht.

Kurze Schlafphasen senken das Risiko

Auch der Schlaf scheint bei der Vorbeugung eine Rolle zu spielen. Kurze Schlafphasen am Tage von weniger als 30 Minuten senken das Risiko auf bis zu ein Drittel. Längerer Tageschlafphasen von mehreren Stunden Dauer erhöhen hingegen das Risiko bis auf das Dreifache. Unzureichender Nachtschlaf erhöht ebenfalls das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Schlafunterbrechungen, zum Beispiel durch Blasenstörungen bedingt, wirken sich negativ aus.

Heiraten hilft

Interessanterweise scheint auch das Erkrankungsrisiko bei verheirateten Menschen geringer zu sein als bei Alleinlebenden. Eine Reihe unterschiedlicher Aspekte könnte hierbei eine Rolle spielen. So essen Frauen beispielsweise mehr, wenn sie in Begleitung eines Mannes sind. Menschen in Paarbeziehungen sind meist auch geistig und körperlich aktiver als Alleinlebende.